Dem Nachwuchs neue Chancen eröffnet

Pressebericht in der SIHK-Zeitung

Von Tim Gelewski

ikz.m.derwesten.de

 

Bei der Urkundenübergabe (v.l.): Meinolf Haarhaus, Pia Olenberg, Elena Wöstehoff und Andreas Rittinghaus von der Firma “Austinat & Haarhaus GmbH” mit Thomas Haensel und Karin Hermes von der SIHK.

Kalthof. Die SIHK verleiht Urkunden an 16 Iserlohner Unternehmen, die erstmals Auszubildende beschäftigen.
Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) hat jetzt in der Region wieder zahlreiche Unternehmen ausgezeichnet, die im vergangenen Jahr erstmalig Auszubildende aufgenommen haben – darunter mehrere Firmen aus Iserlohn. Am Dienstag wurde exemplarisch für diese 16 Unternehmen dem Telekommunikationsdienstleister “Austinat & Haarhaus” in Kalthof bei einem Pressetermin eine Urkunde übergeben.

Modell Ausbildung in Teilzeit ist noch kaum bekannt
Interessanter Nebenaspekt: eine der beiden angehenden Kauffrauen für Büromanagement absolviert ihre Ausbildung in Teilzeit – ein Modell, das zwar auch in Iserlohn bereits lange existiert, aber immer noch kaum bekannt ist. Die 24-jährige Pia Olenberg ist Mutter einer zweijährigen Tochter, “die ich jeden Tag um 16 Uhr vom Kindergarten abholen muss”. Eine Vollzeit-Ausbildung sei da kaum zu stemmen.

Die Lösung: Im vergangenen Jahr begann sie ihre Ausbildung bei der Fortbildungsakademie Wirtschaft als Träger, die eigentliche Stelle ergatterte sie 14 Tage später eben bei “Austinat & Haarhaus” – ganz ohne ein Bewerbungsschreiben. “Sie hat mit ihrer Initiative überzeugt”, sagt Geschäftsführer Andreas Rittinghaus. 30 Wochenstunden umfasst ihre Ausbildung nun – bei gleichwertigem Abschluss mit entsprechend geringerer Vergütung.

Den eher klassischen Weg hat die zweite im Bunde, Elena Wöstehoff, 19 Jahre alt, gewählt, die ebenfalls vor einem Jahr in Kalthof startete. Sie absolvierte zunächst ein Praktikum, überzeugte, und durfte dann letztes Jahr ihre Ausbildung starten.

SIHK-Bildungsgeschäftsführer Thomas Haensel lobte das Kalthofer Unternehmen: “Ohne die Bereitschaft der bei uns oft familiengführten Unternehmen auszubilden, würde es in unserer Region düster aussehen.” Dass Teilzeit-Ausbildungen bei “Austinat & Haarhaus” möglich seien, betone zudem die soziale Komponente des Unternehmens, das 1991 gegründet wurde.

Dass nun zum ersten Mal ausgebildet wird, erklärt Firmengründer Meinolf Haarhaus, aktuell als Ausbilder und Berater tätig, mit dem immensen Zeitaufwand. “Wenn man ausbildet, sollte man den Leute nauch gerecht werden können.” Seit er die Firma vor gut drei Jahren an Andreas Rittinghaus verkauft habe, sei nun ausreichend Zeit für die berufliche Qualifizierung.

Was der Firma zudem in die Karten spielt: beide Auszubildenden besuchen unterschiedliche Berufsschulen in Menden und Hohenlimburg, was den Vorteil hat, dass in der Regel eine von beiden anwesend ist. Die Firma “Austinat & Haarhaus” ist ein Dienstleister in Sachen Telekommunikation und bundesweit tätig. Die Angebotspalette umfasst unter anderem die Sparten Mobilfunk, Festnetz, Telefonanlagen, Sprech- & Leitsysteme sowie Video- und Funktechnik. Insgesamt wurden im Bezirk der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer 94 neue Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet.